PAPÁ ÜBERLEBEN
Ich habe sie auf der Hochzeit meines Ex kennengelernt. Wir stießen mit Cava auf das Brautpaar an und landeten schließlich hinter dem Fotostand, wo wir uns übergaben. Sie war hübsch. Sie war anders als die anderen.
„Hast du ein Zuhause?“, fragte er und wischte sich mit meinem Taschentuch die Lippen ab.
—Und Vater, wir haben aber Glück.
Wir fuhren zur Wohnung meines Vaters, der immer noch im Krankenhaus lag.
„Ich sammle leere Flaschen“, rief er aus, als er die Bar sah.
„Ich bevorzuge sie ungeöffnet“, sagte ich.
Sie wählte das Getränk gut aus, und wir gingen auf die Dachterrasse. Dort entdeckte ich, dass der Brandy aus Jerez besser schmeckt, wenn das Glas die perfekte Form hat. Auch sie probierte ihn. Wir liebten uns mit gerade so viel Unverschämtheit, dass wir uns beim Frühstück noch in die Augen sehen konnten. Das war aber gar nicht nötig: Ich trank den Kaffee schwarz. Sie war nicht da; der Brandy auch nicht.
Mein Vater tauchte eine Woche später auf. Das Erste, was er fragte, war, ob ich seine Flasche geöffnet hätte.
—Nein, Papa. Er hat es auch nicht überlebt.
Pedro Pablo López Pertíñez