
Ersatzspieler
Gegen fünf, wenn die Sonne untergeht, gehe ich hinaus, um eine Weile zu schwimmen. Zur gleichen Zeit kommen zwei Kinder und ihre Mutter heraus. Die Kinder spielen im Pool, während die Mutter auf den Jüngsten aufpasst. Ich schwimme daneben von einem Ende zum anderen. Es ist ein kleiner Pool, was eine gewisse Vertrautheit zwischen den Badenden schafft; außerdem stellt das Wasser eine Verbindung her, die zwar nicht direkt ist, sich aber so anfühlt. Bei ihren Spielen spritzen mich die Kinder manchmal nass. Die Frau entspannt sich von Tag zu Tag mehr, sie weiß, dass ich darauf achte, falls dem Kleinen etwas zustößt. Der Ältere lernt bereits schwimmen, so wie ich. Wenn ich nicht im Wasser bin, beobachte ich sie durch das Fenster. Ich trinke einen Schluck Brandy aus Jerez. Ich lächele. Ich denke: Irgendwo auf der Welt kümmert sich ein Mann um meine Familie, so wie ich mich um diese hier kümmere.
Nicolás Rodríguez Sanabria