
Baeza, 29. April 1913
Der Dichter ging zu seinem Schreibtisch, nahm ein Blatt Papier aus der obersten Schublade, legte es auf die Lederunterlage, griff nach der Feder und begann, damit zu spielen. Er wollte nicht zur Seite blicken, um die Landschaft hinter seinem Fenster nicht zu sehen. Er zog es vor, auf die leere Wand vor seinen Augen zu schauen. Das war seine Art, nach innen zu blicken, dorthin, wo ihn der Quell der Trauer jeden Nachmittag nach seinem Französischunterricht überkam. Schließlich, nach einer Weile des Nachdenkens, schraubte er die Kappe des Füllfederhalters ab und begann zu schreiben: „Palacio, guter Freund…“, doch er konnte nicht weitermachen. Der Haken des Schmerzes stieg ihm die Kehle hinauf und bohrte sich in die Wunde. Er legte den Füllfederhalter vorsichtig beiseite, streckte die Hand aus, nahm die Flasche Sherry-Brandy und schenkte sich ein großzügiges Glas ein. Während er trank, weinte er.
Juan de Molina