MIT DEM SKALPELL

—Herr Doktor, Ihr Auto wartet auf Sie.

Ich trinke mein Glas Brandy aus Jerez aus und stelle fest, dass am Boden nicht einmal ein Tropfen übrig geblieben ist.

„Ich komme“, antworte ich knapp.

Manchmal ist es schwierig, als diensthabender Gerichtsmediziner die Formalitäten für die Bergung einer Leiche zu erledigen.

Während das Fahrzeug durch den Nebel fährt, lehne ich mich zurück in den

Ich setze mich und spüre die Wärme des Likors in meinem Magen – das einzig Gute der letzten zwei Stunden. Vielleicht würde das Opfer mein Verhalten nicht gutheißen. Das sage ich mir sicher mehrmals, bis mich der Chauffeur aus meinen Gedanken reißt. Wir sind angekommen.

Ich betrete den Tatort, schneide wie ein Schatten durch den Nebel, wohl wissend, dass dies mein Platz ist und doch nicht mein Platz: Eigentlich hätten sie den Richter rufen müssen und nicht mich.

Doch der Richter liegt auf dem Rücken, die Kehle durchgeschnitten. Ich muss ihn nicht ansehen, um das zu wissen.

Jesús Jiménez Reinaldo

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