tercer premio

Intemperie & Delirio

Bevor er sie austrinkt, drückt er den Flaschenhals der Brandyflasche aus Jerez fest zu. Ist sie leer, lässt er sie zu Boden fallen. Er macht noch ein paar Schritte, wenige, kurze, als würde er auf ein unsicheres Licht oder ein Seil eines Seiltänzers treten. Es dämmert. Mitten auf dem Saatfeld blickt der Landstreicher um sich. „Niemand sonst.“ Er zittert, hustet, rülpst, doch er zögert nicht. Er stürmt frontal auf ihn zu. Mit zwei kräftigen Schlägen entreißt er ihm den zerfetzten Hut und den abgetragenen Mantel. Während er sich mit den gerade geraubten Kleidungsstücken bedeckt, wirft er einen Blick, halb rücksichtslos, halb dankbar, auf den steifen, nackten Pfahl vor sich. Und er schnappt: „Du wirst sie nicht brauchen. Ihr Vogelscheuchen spürt diese Kälte nicht.“ Plötzlich rutscht aus einer kleinen Vertiefung im Holz ein Tropfen frisch geschmolzenen Raureifs.  

 

Ricardo Bermejo Álvarez

 

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