Der argentinische Schriftsteller Jorge Accame hat mit einer Arbeit mit dem Titel „Jaque de coz“ den ersten Preis des XI. Internationalen Cardenal-Mendoza-Wettbewerbs für Kurzgeschichten gewonnen. Für die Jury handelt es sich um einen Text von borgesianischer Komplexität, in dem das Schachspiel und der Trojanische Krieg durch kommunizierende Gefäße zwischen Zeit und Erinnerung miteinander verschmelzen, sodass man nicht mehr weiß, was vorher und was nachher war.
Jorge Accame wurde 1956 in Buenos Aires geboren und ist ein renommierter Autor von Prosa, Lyrik und Theaterstücken.
Die urkomische Kurzgeschichte „Loba de mar“ des Madrilenen Miguel Ángel Escudero Eble gewann den zweiten Preis. Die Jury hob ihren rasanten Humor hervor, der durch eine gekonnte Beherrschung der Mittel zur Erreichung von Prägnanz zum Ausdruck kommt.
Die gewagte Dynamik, die auf einer sinnlichen Anwendung der Mathematik beruht, hat Miguel Barreras Alconchel den dritten Preis für „(Irrationale) Liebeserklärung und Wein in einem Aufzug“ eingebracht. Barreras wurde 1960 in Zaragoza geboren und lebt in Valderrobres (Teruel).
Die Sonderauszeichnung „Cardenal Mendoza Non Plus Ultra“, die die Kurzgeschichte prämiert, die das Image des Brandys aus Jerez am besten zur Geltung bringt, ging an den aus Jerez stammenden Schriftsteller Agustín Celis Sánchez. Sein Kurztext „Madera vieja“ interpretiert das legendäre Verschwinden des US-amerikanischen Schriftstellers Ambrose Bierce neu, das wiederum von Carlos Fuentes in dem Roman „Gringo viejo“ nacherzählt wurde. Die Zugabe von Sherry-Brandy dient dazu, einen apokryphen Eintrag in Bierces berühmtem Wörterbuch zu schaffen.
Die Jury unter dem Vorsitz von Mauricio Gil Cano setzte sich zusammen aus den Dichterinnen Josefa Parra Ramos, Direktorin der Fundación Caballero Bonald, und Ana Sofía Pérez-Bustamante Mourier, Professorin an der UCA und stellvertretende Direktorin der Real Academia Hispanoamericana; sowie aus dem Erzähler, Professor und Kritiker José López Romero und Evaristo Babé, dem Präsidenten des Regulierungsrats für Brandy de Jerez.
Die Entscheidung der Jury und die prämierten Kurzgeschichten können auf der Website www.cardenalmendoza.com nachgelesen werden. Dieses Mal wurden 1737 Beiträge aus 31 Ländern eingereicht. Die Jury hob die Qualität der prämierten Werke und der Finalisten hervor. Der Cardenal-Mendoza-Wettbewerb hat sich mit seiner einzigartigen Verbindung von Literatur und Sherry-Brandy als Referenz in der spanischsprachigen Kurzgeschichtenszene etabliert. Die in den vergangenen zehn Jahren prämierten Geschichten wurden in dem Buch „Beber la brevedad“ (Die Kürze trinken) zusammengefasst, das auch auf der Website von Cardenal Mendoza heruntergeladen werden kann.